Candy Man’s Death

Candy Man zuckte zusammen.

„Wahnsinn, wie kalt der Lauf der Pistole…“

Die Waffe…

aufgesetzt…

schien sich qualvoll in die Stirn zu bohren.

Ein metallisches Wimmern…

leiser Klick.

Die Auslösefeder…

gespannt.

Ein sanfter Druck auf den Abzug…

Panik.

Zu spät!

Schon zerfetze…

das Geschoss…

die Stirnhaut.

Verbranntes…

Schießpulver…

… Menschenfleisch..

Höllenschmerz.

Kurz aufflackernd.:

die Bilder eines Lebens.

Dia-Show.

Ohnmacht.

Schwarz.

Wie von einem Vorschlaghammer getroffen, durchdrang die Kugel das Stirnbein, so widerstandslos, als bestünde es aus Papier.

Hinter dem Einschussloch – vom Durchmesser einer Erbse – wurden durch die bestialische Wucht des Einschlags – aus dem Stirnknochen kleine, spitze Splitter gesprengt, die sich blitzartig durchs Gehirn bohrten und dabei Gefäße wie Gewebe des Zerebrums zerfetzten.

Verstörend zerstörend: der Drall des vom Aufprall auf den Schädel kaum gebremsten Projektils, welches die – mal hell beige, bald graue, bald weiße – überall von rot schimmernden Blutgefäßen durchzogene Masse des Denkapparates so vernichtend durchpflügte, als wühle ein Schlagbohrer in Götterspeise.

Dauer:

winzigste Bruchteile…

einer Sekunde,

Grotesk,

wie dabei  die  Lider des rechten Auges…

mehrfach zuckten.

Ein Todesreflex.

Plötzlich sackte der schwere Leib zusammen.

Während der Körper nach hinten kippte, durchschlug das Geschoss den Hinterkopf.

Aus  dem schlagartig perforierten, handtellergroßen Loch schoss ein Schwall aus Blut, Hirn und Knochensplittern.

Ergoss  sich mehrere Armlängen weit  ins Hotelzimmer.

Plätschern.

 Ein Wolkenbruch?

Im Rhythmus des…

rapide abnehmenden  Pulses…

sprudelten…

aus dem Austrittskrater…

hinter dem das monströs gemetzelte Hirn…

seinen letzten Momenten entgegen ging

 immer schwächere

Fontänen

des roten Körpersaftes.

Dabei plumpste der Sterbende rückwärts in einen großen Sessel, wo er in einer Körperhaltung zu liegen kam, die den Eindruck erwecken konnte, hier döse jemand friedlich.

Während des Falls knallte Candys rechter Arm auf die Sessellehne, so dass vom  hierdurch ausgelösten Stoss die Waffe aus seiner  Hand geschleudert wurde und dem älteren Herrn auf dem Schoß landete, als wäre es seine Morgenzeitung.

Unterdessen beschrieb die blutverschmierte Munitionsspitze weiter rasant wütend ihre ballistische Bahn, zersplitterte einen hölzernen Eckpfosten des Bettes, das neben dem Sessel stand und drang schließlich mit einem lauten Schlag in die Wand des Hotelzimmers ein.

Dann herrschte Stille.

Totenstille.

 

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