Ufa – Universum Film AG

Schon der Ursprung der Ufa im Kaiserreich des Kriegstreibers Wilhelm II. war propagandistischer Natur. Sie ging aus dem, am 13. Januar 1917 von der „Obersten Heeresleitung“ eingerichteten „Bild- und Filmamt“ (Bufa) hervor, dessen Zweck es war, das damals noch junge Medium „Film“ für die psychologische Kriegsführung nutzbar zu machen.

Zum Ende des 2. Weltkriegs besetzte die „Rote Armee“ die Ufa-Studios in Potsdam / Babelsberg und Berlin / Tempelhof. In der sowjetischen Besatzungszone wurde die Ufa zur „Defa“ und damit abermals zu einem Propaganda-Apparat, diesmal im Sinne des sogenannten „real existierenden  Sozialismus“.

Auch im  Westen bedienten sich die Alliierten des nicht unbeträchtlichen Vermögens der Ufa, ließen sie aber bis Ende der 1950er Jahre praktisch brach liegen. Statt eine eigenständige Filmindustrie in Deutschland, die Anfang des 20. Jahrhundert lange die wirtschaftlich und künstlerisch bedeutendste weltweit war, aufzubauen, sahen die USA die drei westlichen Besatzungszonen vor allem als Absatzmarkt für die Streifen Hollywoods an, zumal auch die Bewohner hierzulande nach Stars und Stoffen aus den Staaten gierten.

Zwischen 1958 und 1961 wurden im Zeichen der Ufa ein paar Kinofilme gedreht, die aber künstlerisch längst nicht den Rang der Werke von Fritz Lang, Ernst Lubitsch oder Friedrich Wilhelm Murnau beanspruchen konnten.

Mit der Übernahme der Ufa durch Bertelsmann im Jahre 1964 stand die Marke zunehmend für Unterhaltungs-Kino, Fernsehprogramme und -shows. Künstlerisch und thematisch anspruchsvolle Stoffe wurden zur sprichwörtlichen Ausnahme, die diese Regel bestätigen.

Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 war  auch die Zeit der Defa passé. Jetzt konnten internationale Produktionen in den Studios Babelsbergs gedreht werden, wo sich fortan Superstars wie Steven Spielberg, Quentin Tarantino oder Tom Cruise die Türklinke in die Hand gaben.

Viel ausführlicher und anschaulicher als dieser kurze Beitrag (der eigentliche streifenlicht.de-Beitrag zum Unternehmen folgt später) belichtet eine sehenswerte Ausstellung die spannende Geschichte der „Ufa“: 

Die Ufa – Geschichte einer Marke
24. November 2017 bis 22.  April 2018
Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin. 

Mehr Infos zur Ausstellung finden Sie hier: [www.deutsche-kinemathek.de/ufa]

Der Artikel wird künftig noch inhaltlich und visuell erweitert.